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CJD: Homburger Gespräche leben wieder auf

15.11.2018 CJD Homburg/Saar gGmbH « zur Übersicht

Viele Ältere kennen sie noch, die „Homburger Gespräche“ beim CJD. Jetzt leben sie wieder auf mit einem Thema, das unter den Nägeln brennt: Wie muss Ausbildung in der heutigen Zeit aussehen?

Norbert Litschko, Geschäftsführer des Christlichen Jugenddorfs (CJD) Homburg, wird nicht müde, sein Motto zu vertreten: „Wir arbeiten an der Zukunft einer Gesellschaft für alle“.

Damit liegt er auf der gleichen Linie wie die renommierte Düsseldorfer Bildungsexpertin und Professorin für Sozialpädagogik Ruth Enggruber, die an diesem Abend referierte.
Sie forderte eine individualisierte Ausbildung, um Gerechtigkeit für alle zu schaffen. „Alarmierende Zahlen belegen, dass die duale Ausbildung geändert werden muss: Einerseits können die offenen Ausbildungsplätze nicht mehr besetzt werden, andererseits blieben 2017 über 290.000 abgehende Schüler in einem Übergangssystem mit berufsvorbereitenden Fördermaßnahmen hängen.

Grund dafür ist die selektive Struktur des heutigen Ausbildungssystems. Das müsste nicht sein, wenn die duale Ausbildung verändert würde“. Die Wissenschaftlerin hatte auch einige Reformideen mitgebracht: Es müsse eine Ausbildungsgarantie sichergestellt und individualisierte Ausbildungsarrangements geschaffen werden, damit die Einzigartigkeit eines jeden Menschens bestehen bleiben könne, auch wenn eine Ausbildung dann länger als drei Jahre dauere.

„Möglichkeiten sind vorhanden, gute Ansätze, die weitergestaltet werden müssen“. In der Pflicht sah Enggruber vor allem die Politik und die Arbeitgeber, von denen die Umsetzung einer Reform abhängig sei.

Gerechte Zukunft für alle in Theorie und Praxis

In der gut gefüllten Aula des CJD sprach als zweite Referentin Ursula Hellert, langjährige Schulleiterin am CJD, unter anderem in Braunschweig, über das Bildungs- und Führungsverständnis des Christlichen Jugenddorfs Deutschlands: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für alle das Beste. Und das mit hoher Qualität und Professionalität“.

Herunter gebrochen auf den Arbeitsalltag:  Mitarbeitende und Jugendliche gleichermaßen zu motivieren und zu überzeugen, mit Freude und vor allem offen auf eine Zukunft, so ungewiss sie derzeit auch ist, zuzugehen. Es sei Aufgabe des CJD dafür zu sorgen, dass die Menschen eine Chance und einen Platz in der Gesellschaft bekommen. „Dafür arbeiten wir aktiv an der Gemeinschaft, kümmern uns umeinander, fordern und fördern eine kritische Auseinandersetzung“. Die Öffentlichkeit sei dabei eine Grundvoraussetzung, ein solches Leitbild auch in der Praxis zu leben.

Die ausgiebige, manchmal hitzige Diskussion im Nachgang zeigte, es ist gut, dass die Homburger CJD-Gespräche mit ihren brandaktuellen Themen wiederaufgenommen werden. Fortsetzung folgt in 2019.