ADHS-Hilfe im Jugenddorf-Berufsbildungswerk

ADHS – was ist das?

ADHS ist eine Abkürzung für Aufmerksamkeits Defizit – und Hyperaktivitätssteigerung. Diese Störung ist hauptsächlich gekennzeichnet durch:

  • Aufmerksamkeitsschwäche / erhöhte Ablenkbarkeit
  • Störung der Impulskontrolle / unüberlegtes Handeln
  • Gesteigerter Bewegungsdrang / motorische Unruhe

Fehlt Letzteres, spricht man von ADS – Aufmerksamkeits Defizit Störung.


Fakten/Bedarf

Der Anteil von ADHS-betroffenen Maßnahmeteilnehmern ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Nahezu jeder fünfte Auszubildende im Berufsbildungswerk leidet mittlerweile ADHS.

Der überwiegende Teil dieser jungen Menschen benötigt eine  intensive Betreuung. Zu ihren größten Problemen gehören:

  • nicht Zuhören können
  • Schwierigkeiten etwas zu beginnen oder zu Ende zu bringen
  • Tagträumereien
  • Ablenkbarkeit durch äußere Reize
  • Vergesslichkeit
  • Schwierigkeit sich zu organisieren
  • rasches Handeln ohne nachzudenken
  • Dazwischenreden
  • mangelnde Verhaltenskontrolle
  • gesteigerter Bewegungsdrang
  • lautes Vielreden
  • kaum ruhige Beschäftigung

All dies kollidiert in der Regel mit den Erfordernissen einer Ausbildung in Schule, Werkstatt und Internat.
ADHS –Betroffene haben jedoch nicht nur Schwächen und Störungen, sondern auch Stärken, Vorteile und Liebeswertes. Die nahezu unendliche Energie, eine große Neugierde, die Fähigkeit neue Perspektiven zu entdecken und Kreativität seien an dieser Stelle genannt.

Auch die Fähigkeit zur Versöhnung oder das Aufeinanderzugehen nach Konflikt und Streit sind unschätzbare menschliche Stärken.


ADHS-Schulung

Alle pädagogisch und therapeutisch tätigen Mitarbeiter werden umfassend fortgebildet, damit eine qualitativ gute Betreuung gewährleistet ist.
Dadurch schaffen wir eine Atmosphäre der Unterstützung und des Verständnisses unter den Mitarbeitern für den Personenkreis der ADHS-Betroffenen und können gezielte Hilfen im Umgang mit diesen Rehabilitanden anbieten.


Betreuung/Ausstattung im BBW-Homburg

Günstige pädagogische Bedingungen für ADHS–Betroffene sind durch die Strukturen im BBW gegeben. Unsere Rehaprozessbegleiter betreuen eine überschaubare Anzahl von Teilnehmern. In der eigenen Berufsschule wird in kleinen Klassen mit einer Schülerzahl von 6 bis 12 Schülern unterrichtet. Individuelles Vorgehen ist gerade bei diesem Personenkreis von großem Vorteil. Große Unterrichtsblöcke werden durch kurze Pausen aufgelockert.

In Schule und Ausbildung werden Grundlagen der Lern- und Arbeitstechnik vermittelt, das Zeitmanagement wird strukturiert und damit erleichtert. Die im Internat vorgegebenen Lernzeiten sind an die Bedürfnissen der ADHS–Betroffenen angepasst, so wie das gesamte Lernumfeld: ruhige Atmosphäre, feste Bezugspersonen, eigens gestalteter Arbeitsplatz.
Vielfältige Möglichkeiten zu körperlichen Aktivitäten werden in den Freizeitgruppen angeboten.

Bei dem multimodalen Therapieansatz finden unterschiedliche Behandlungen in Kombination Anwendung. Vorwiegend im
ärztlichen und psychologischen Fachdienst werden psycho-
therapeutische Maßnahmen (Einzeln / in der Gruppe), Medikamente und pädagogische Maßnahmen koordiniert und im abteilungsübergreifenden Ansatz gewährleistet.